Umweltbildung mit Seehunden und Solarenergie
Was ist ein Heuler? Warum brauchen Seehunde im Sommer ganz besonders viel Sonne? Mehr als 250.000 Besucher jährlich, darunter viele Schulklassen, erhalten in der Seehundstation Nationalpark-Haus kompetente Antworten auf ihre Fragen. Schon über 40 Jahre kümmert sich die Seehundstation im ostfriesischen Küstenort Norden nachhaltig um das Niedersächsische Wattenmeer und seine Meeressäuger. Neben der Aufzucht von Heulern widmen sich zwölf hauptberufliche und viele ehrenamtliche Mitarbeiter der Forschung, Öffentlichkeitsarbeit und allgemeinen Umweltbildung. Auch die Solarstromanlage von SolarWorld leistet als „Unterrichtsobjekt“ gute Dienste.
»Als Seehundstation schützen wir das Wattenmeer und seine Meeressäuger. Dies möchten wir auch unseren Besuchern vermitteln. Die Solarstromanlage von SolarWorld passt hervorragend in unser nachhaltiges Konzept.«
Dr. Peter Lienau, Geschäftsführer der Seehundstation
Nationalpark-Haus
Den Umgang mit der Umwelt anschaulich vermitteln
„Wir sind die meistbesuchte Umweltbildungseinrichtung im Niedersächsischen Wattenmeer“, erklärt Peter Lienau, Geschäftsführer der Seehundstation Nationalpark-Haus. Dies überrascht nicht, ist doch das Angebot vielfältig und im wahrsten Wortsinn lebendig: Es reicht von der Familien- Wattwanderung über den Besuch bei den Jungrobben bis zur Führung durch das Erlebniscenter Waloseum. Ob es sich um Kindergärten oder um Oberstufenklassen handelt, die Seehundstation nimmt ihren Bildungsauftrag sehr ernst. „Wir möchten unseren Besuchern den sorgsamen Umgang mit der Umwelt so anschaulich wie möglich vermitteln“, sagt Peter Lienau.
Solarstrom passt ins Gesamtkonzept
In das ökologische Gesamtkonzept passt auch die Solarstromanlage, die seit April 2010 grünen Strom produziert. Bei der Wahl des Herstellers verließ sich die Seehundstation auf das Urteil ihres langjährigen Elektrikers. Drei Jahrzehnte lang hatte der Fachhandwerker an allen baulichen Erweiterungen mitgewirkt und kannte die Gebäude in- und auswendig. „Da wir mit Solarstrom in die Zukunft investieren, war es uns ein Anliegen, auch nachhaltig gute Technik einzusetzen“, berichtet Peter Lienau. „Ein wichtiges Auswahlkriterium war dabei die hohe Qualität von SolarWorld.“
Optimale statische Voraussetzungen
Um die Jungtiere nicht zu stören, wurde die Anlage im März/April installiert. Zum Glück bot das Gebäude bereits gute Voraussetzungen: Ihren ursprünglichen Plan, das Dach zu begrünen, hatte die Seehundstation aus Kostenund Klimagründen wieder aufgegeben. Zudem wurde das Konzept für den Blitzableiter von den älteren Gebäuden übernommen, was ebenfalls Zeit sparte. So konnte das enge Zeitfenster problemlos eingehalten werden.
Alle Daten im Überblick
| Unternehmen | Seehundstation Nationalpark-Haus |
| Ort | Norden, Niedersachsen |
| Dachart | Flachdach |
| Dacheindeckung | Teerpappe |
| Dachfläche | ca. 400 m² |
| Ausrichtung | Süd |
| Neigung | 0° |
| SolarWorld-Bausatz | 133 Sunmodule Plus 225 poly, Suntub -Flachdachwannen, Wechselrichter, Kabel und Zubehör |
| Inbetriebnahme | April 2010 |
| Leistung | 29,925 kWp |
| Stromertrag im Jahr | ca. 29,8 MWh |
| CO2-Ersparnis im Jahr | ca. 16,4 Tonnen |
Was macht ein Verein mit den Einnahmen?
Mit der Leistung der Solarstromanlage ist Lienau sehr zufrieden. Der erzeugte Solarstrom wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Laut Satzung darf die Seehundstation aber keine Einnahmen erzielen, als Verein und Non- Profit-Organisation finanziert sie sich komplett aus Spenden und Eintrittsgeldern. Dieses Problem wurde elegant gelöst: Sämtliche Einnahmen gehen an die Pro Seehund GmbH, den Betreiber der beiden Shops und des Cafés, der zugleich Pächter der Dachfläche ist – und kommen so indirekt auch wieder der Seehundstation zugute.
Härtetest Wintersturm überstanden
Die Seehundstation entschied sich für das „Gesamtpaket“ von SolarWorld: Neben den Modulen enthielt der SolarWorld-Bausatz auch Suntub-Flachdachwannen, Wechselrichter, Kabel und Zubehör, die exakt auf das Dach zugeschnitten waren. Durch die Ballastierung der Flachdachwannen mit Betonplatten musste nicht in die Dachhaut eingegriffen werden. Eine praktische Lösung, die Peter Lienau anfangs jedoch schlaflose Nächte bereitete: „Als die ersten Winterstürme kamen, habe ich gezittert, ob das System auch wirklich hält.“ Die Sorgen waren unbegründet: Trotz Windlastzone 4 hielt die Solarstromanlage allen Böen stand.
Anzeigedisplay als Anschauungsobjekt
Ein gutes Anschauungsobjekt für die Umweltbildung ist das Suntrol-Anzeigedisplay von SolarWorld, auf dem der aktueller Ertrag und CO₂-Einsparung der Anlage abzulesen sind.
„Anhand des Displays können wir unseren Gästen erläutern, wie Solarstrom funktioniert“, erzählt Lienau. Und weil es thematisch so gut passt, erfahren die Besucher an dieser Stelle auch gleich, warum sich Seehunde im Sommer so ausgiebig sonnen müssen: Mit Hilfe der UV-Strahlen können sie nämlich die nötigen Vitamine für ihren Haarwechsel bilden.
Eigenstrom bietet sich an
Der Ertrag aus der Dachanlage entspricht etwa zehn bis zwölf Prozent des Strombedarfs der Seehundstation. Die großen Verbraucher sind Beleuchtung, Fernsehgeräte, Seewasserfilteranlage und Aquarienkühlung. Eigenstrom bietet sich hier also geradezu an und ist eine Option, die sich auch mit der Vereinssatzung vereinbaren lässt. Die nächste Solarstromanlage ist daher bereits in Planung:
„Unsere neue Beckenanlage bietet eine 120 Quadratmeter große Dachfläche ohne Verschattungen. Diese Chance lassen wir uns natürlich nicht entgehen“, erklärt Lienau.














