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"Die Energiewende ist solar"

Freitag, 20.01.2012 10:42

Positive Nachrichten aus der Solarindustrie sind selten geworden. Die Reihe der deutschen Solarhersteller, die in den vergangenen Wochen Insolvenz anmelden mussten, wird immer länger, unter ihnen Solon, Q-Cells oder Sovello. Wie weiter? Dr.-Ing. E. h. Frank Asbeck über die Zukunft der Solarindustrie weltweit.

Gehören Photovoltaik und Energiewende immer noch zusammen?


Asbeck: Die Photo­voltaik hat trotz aller Steine, die ihr gerade in den vergangenen Wochen in den Weg gelegt wurden, die Energiewende vorangetrieben. Man kann heute sagen, die Energiewende ist solar.

Welchen Anteil hat die Solarenergie an der Energiewende?

Der Ausbau der Erneuerbaren Energien hat 2011 in Deutschland weiter zugelegt. Nach Aussagen des Bundesumweltministeriums beträgt der Anteil der Erneuerbaren inzwischen mehr als 20 Prozent an der Stromerzeugung. Vor allem der Ausbau der Photovoltaik hat dazu beigetragen. Innerhalb eines Jahres stieg der Anteil der Photovoltaik von 1,9 Prozent auf 4 Prozent. Mit dem Zubau des vergangenen Jahres liegt der Anteil in diesem Jahr noch weit darüber. Zu Pfingsten wurde mittags Solarstrom mit einer Leistung von rund 22 Giga­wattstunden erzeugt. Das ist ein sonniger Rekord, der das Potenzial der Solarenergie zeigt.

Warum ist die Photovoltaik besser als andere Energieformen geeignet, die Energiewende voranzubringen?

Die Photovoltaik hat viele Vorteile. Dazu gehört vor allem die dezentrale Herstellung und Nutzung der Energie dort, wo sie verbraucht wird. Die viel diskutierten Kosten für den Ausbau des Mittel- und Hochspannungsnetzes werden vermieden. Photovoltaikanlagen erzeugen den Strom dort, wo er verbraucht wird, und Installation und Betrieb schaffen Werte vor Ort. Mit einem solchen System wird die Stromerzeugung demokratisiert – aus der Hand von wenigen Großkonzernen in die Hände vieler kleiner Produzenten.

Hinzu kommt, dass die Bürger der Energiewende und vor allem der Photovoltaik positiv gegenüber stehen. Das haben mehrere repräsentative Umfragen gezeigt.

Der Bundesrat hat Mitte Mai die Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vorerst gestoppt. Einigung soll jetzt der Vermittlungsausschuss bringen. Welche Hoffnungen verbinden Sie mit dieser Verhandlungsrunde?

Das Abstimmungsergebnis hat gezeigt, dass die Bundesländer die Bedeutung der Solarwirtschaft erkannt haben. Die Solarindustrie hat in Ostdeutschland gerade in strukturschwachen Regionen zu einem wahren Jobwunder geführt. Gleichzeitig haben wir die Kosten gesenkt, so dass heute in Deutschland für die solare Kilowattstunde niedrigere Vergütungen gezahlt werden können als in Italien, Frankreich oder Griechenland.

Die willkürliche Senkung der Einspeisevergütung durch Schwarz-Gelb hat die Branche jetzt aber vor Herausforderungen gestellt, die sie nicht bewältigen kann. Wie im Sport sind Leistungssteigerungen in einer bereits hoch entwickelten Industrie nicht sprunghaft, sondern nur durch kontinuierliche Verbesserung möglich. Leistungsexplosionen sind nur durch Doping oder andere unfaire Hilfsmittel zu erreichen.

In den nächsten Tagen wird zum ersten Mal der Vermittlungsausschuss tagen. Natürlich hoffen wir, dass dort die Kürzungspläne von Schwarz-Gelb noch modifiziert werden. Insbesondere das mittlere Dachsegment von zehn bis 100 Kilowatt wäre von den aktuellen Kürzungsplänen stark betroffen. Diese Vergütungsklasse ist in dem aktuellen Gesetz nicht mehr vorgesehen. Wir hoffen, dass das im Ausschuss verändert wird.

Das US-Handelsministerium hat Ende Mai entschieden, Zölle gegen chinesische Hersteller wegen Dumpings zu verhängen. Ist dies auch ein Signal für Europa?

SolarWorld begrüßt die Entscheidung des US-Handelsministeriums, die endlich für fairere Wettbewerbsbedingungen auf dem US-Markt sorgt. Dass wir mit unserer Einschätzung des durch Dumpingpreise verzerrten Wettbewerbes richtig liegen, zeigt die Tatsache, dass im vergangenen Jahr fast alle chinesischen Solarunternehmen rote Zahlen geschrieben haben und trotzdem weiter Preise senken. Auch die Europäische Union muss Bedingungen schaffen, mit denen gesundes Wachstum und Innovationen in der Solarbranche nachhaltig wirken können. Deshalb strebt die SolarWorld AG gemeinsam mit anderen europäischen Solarherstellern eine solche Anti-Subventions- und  Anti-Dumpingklage auch in Brüssel an. ■

Durfte Probe sitzen: Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (l.) lässt sich von Tim Skerra den Solarwagen SolarWorld GT zeigen. Der Bochumer Student begleitet das Fahrzeug auf seiner Reise um die Welt. Zieleinlauf soll im November in Australien sein.

 
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