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Pionier der solaren Unabhängigkeit

Günther Cramer (r.) spricht auf der Verleihung des SolarWorld Einstein Awards im September in Frankfurt/M. über die Perspektiven solarer Energiegewinnung.

Die Geschichte klingt wie ein Gründungsmythos amerikanischer Hightech-Unternehmen: 1981 gründen vier Wissenschaftler der Universität Kassel in einer kleinen ehemaligen Bäckerei eine Firma für Regelungstechnik und Leistungselektronik. 30 Jahre später ist sie zu einem Global Player und Technologieführer mit mehr als 5000 Mitarbeitern gewachsen. Damals wie heute wird die SMA Solar Technology AG von einer Vision getragen, die kaum jemand so verkörpert wie der langjährige Vorstandssprecher und heutige Aufsichtsratsvorsitzender Günther Cramer: Eine Technologie zu entwickeln, die den Weg in eine ausschließlich dezentrale regenerative Energieversorgung ebnet.

Günther Cramer und seine Gründerkollegen beschäftigten sich schon früh mit der dezentralen Stromversorgung auf Basis erneuerbarer Energien, anfangs vor allem für Windkraftanlagen. „Beim Thema Inselsysteme leisteten wir Pionierarbeit und realisierten die ersten großen autonomen Energieversorgungssysteme in Form von Wind-Diesel-Batterie-Systemen“, erinnert sich der 59-Jährige. Erst in den späten 80-er Jahren setzten die Kasseler den Fokus auf die Photovoltaik und die Entwicklung von Wechselrichtern. Und mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz kam nicht nur der große Durchbruch für die Photovoltaik in Deutschland, sondern auch für das Unternehmen SMA („System, Mess- und Anlagentechnik“). „Über Innovation wollten wir es möglich machen, dass die Photovoltaik immer preiswerter und wettbewerbsfähiger wird. Mit der Entwicklung einer modularen, erweiterbaren Systemtechnik und der Einführung der String-Technologie Mitte der 90-er Jahre gelang es uns, Technologieführer zu werden.“ Viele weitere Meilensteine sollten folgen. Ein großer Erfolgsfaktor sei aber auch die Unternehmenskultur bei SMA: „Wir beteiligen unsere Mitarbeiter mit Kopf, Herz, aber auch dem Portemonnaie am Unternehmen.“ So sind sie nicht nur in Entscheidungen eingebunden, sondern auch finanziell am Erfolg beteiligt.

In der Branche hat sich der studierte Elektrotechniker nicht zuletzt als Präsident des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) Anerkennung erworben. Mit viel Herzblut und dabei sachlich steuerte er den weltweit wichtigsten Solarverband durch die stürmischsten Jahre seiner Geschichte, bevor er die Präsidentschaft im November 2012 an seinen SMA-Kollegen Dr. Günther Häckl übergab. Auf das Erreichte ist der neue Ehrenpräsident des BSW stolz: „Wir haben mit der Erstellung einer Roadmap erstmals eine langfristige Perspektive für die Photovoltaik in Deutschland auf­gezeigt. Dafür benötigen wir aber auch neue Player, Geschäftsmodelle und Financiers.“

Der Visionär sieht in den nächsten Jahrzehnten große Aufgaben auf die Solarstromtechnik zukommen: Mit ihrem wachsenden Anteil am deutschen Strommix müssen Solaranlagen zukünftig immer mehr auch Regelfunktionen und Netzdienstleistungen übernehmen. „In drei bis vier Jahren sehen wir zudem auch große Chancen für Anlagen mit Speicherung, die eine völlig neue Marktdynamik auslösen werden. Wir sind bereits heute auf dem besten Weg, das Thema Eigenverbrauch sinnvoll zu realisieren.“ Auch den Wechselrichter sieht Günther Cramer in einer verantwortungsvollen Schlüsselrolle, wenn in Kombination mit dezentralen Speichern große Teile der Energieversorgung durch Erneuerbaren Strom abgedeckt werden sollen. „Die Wechselrichter müssen zudem zunehmend Netze stabilisieren und regeln und sich damit wie kleine Kraftwerke verhalten können, so dass die konventionellen Kraftwerke sukzessive abgeschaltet werden können.“

Für seine Lebensleistung wurde Günther Cramer schon mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Greentech Managerpreis 2010 und in diesem Jahr mit dem Deutschen Umweltpreis. Im September wurde ihm der diesjährige SolarWorld Einstein Award verliehen. Der Preis ehrt Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, die sich in besonderer Weise um die Entwicklung der Photovoltaik verdient gemacht haben.

Dr.-Ing. E.h. Frank Asbeck, CEO der SolarWorld AG: „Günther Cramer ist ein Glücksfall für die gesamte Solarindustrie. Er ist nicht nur einer unserer wichtigsten Pioniere, sondern auch ein Mensch, der glaubwürdig den Umbau hin zur solaren Welt vermitteln kann.“

Bei allem wirtschaftlichen Erfolg und der Verwirklichung seiner technologischen Vision hat Günther Cramer die Idee nie vergessen, die ihn schon damals in der ehemaligen Bäckerei bewegte: Afrika mit grünem Strom zu versorgen. „1,3 Milliarden Menschen leben heute noch immer ohne Zugang zu Strom. Heute steht uns mit Photovoltaik-Inselsystemen aber eine preiswerte Technologie zur Verfügung“, erklärt Cramer. Gemeinsam mit seinen Gründerkollegen Peter Drews und Reiner Wettlaufer rief er deshalb 2011 den SMA-Stiftungsverbund ins Leben. Ziel müsse es dabei sein, dass sich die Systeme mittelfristig finanziell selbst tragen, weil die Betreiber ihren eigenen Vorteil im Solarstrom erkennen. Dazu werden die Menschen vor Ort auch entsprechend aus- und weitergebildet.

Neben der Elektrifizierung netzferner Regionen liegt der zweite Schwerpunkt der Stiftungsarbeit in der Unterstützung der Region Nordhessen, für deren Entwicklung und Gesell­schaft sich der Stiftungsverbund einsetzt.

 
  • SolarWorld setzt Zeichen

    Mit dem SolarWorld Einstein-Award

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