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„Ich bin kein grüner Romantiker“

Wenn die Solaranlage von Ralf Knobloch auf Hochtouren läuft, geht ein Teil des Stroms ins öffentliche Netz – der Rest speist die Batterie im Keller. Das zahlt sich aus.

Familie Knobloch nutzt Sonnenstrom vom eigenen Dach – sogar nachts. Von der Terrasse der Nachbarn hat man einen guten Blick auf die Solaranlage der Knoblochs, doch dieser Anblick ist zumindest in dieser Siedlung nichts Ungewöhnliches. Was diese Anlage besonders macht, sehen nur die Anlagenbesitzer selbst – nämlich dann, wenn sie in ihren Keller gehen, um Getränke zu holen.

Katrin und Ralf Knobloch aus dem sächsischen Mittweida machen ihren eigenen grünen Strom und speichern diesen. Die Batterie heißt „SunPac“ und steht neben Getränkekisten und dem sorgfältig getrennten Plastik- und Glasmüll. Die gelbe Box ist so groß wie vier Mineralwasserkisten, darüber hängen ein Laderegler und die Stromzähler. „Ich bin kein grüner Romantiker“, sagt Ralf Knobloch. „Ich spare mit der PV-Anlage und der Batterie ordentlich Geld – die Umwelt profitiert sozusagen nebenbei, und ich erreiche einen gewissen Grad an Energie-Autonomie. Wenn der Strom zentral ausfällt, kann ich mit meiner Batterie einen Tag die wichtigsten Elektrogeräte im Haus mit eigenem Strom speisen. Am kommenden Tag wird dann die Batterie wieder aufgeladen, wenn die Sonne scheint.“

Der Elektroingenieur rechnet vor: Auf dem 50 Quadratmeter großen, nach Osten und Westen ausgerichteten Dach produzieren 34 dunkelblaue Photovoltaik-Module 7500 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das ist viel mehr, als er und seine Familie im Haus verbrauchen können. Selbst nutzen sie ungefähr 50 Prozent davon, den Rest speist er ins Netz und bekommt dafür die gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung. Am meisten aber freut sich die Familie über selbst erzeugten „Knobloch-Eigenstrom“, mit dem sie den Strom aus der Steckdose ersetzen und ihre Stromrechnung reduzieren. Mit jeder Kilowattstunde Eigenstrom sparen die Knoblochs rund sechs Cent.

Logische Folge für jeden Eigenstrom-Produzenten: Möglichst viel selbst produzierte Energie im eigenen Haus nutzen, am besten dann, wenn viel davon anfällt. Deshalb hat Tüftler Ralf Knobloch nicht nur die ständig laufende Heizungspumpe, sondern auch die Waschmaschine direkt mit der Batterie verbunden. Gewaschen wird inzwischen also am liebsten, wenn die Sonne scheint. Oder abends, wenn die Batterie nach einem schönen Tag voll aufgeladen ist. So schaffen es Knoblochs, die Hälfte ihres Strombedarfs direkt vom Dach selbst zu decken – das ist nicht nur günstig, sondern besonders sparsam: Der Strom muss nun gar nicht erst ins Netz eingespeist und dort mit den üblichen Leitungsverlusten transportiert werden.

Die Kopplung mit der Waschmaschine, der Heizungspumpe, dem Kühlschrank und den wichtigsten Lampen und Steckdosen des Hauses macht aus der Solaranlage plus Batterie eine ziemlich innovative Angelegenheit. „Mein Installateur ist zwar Fachmann für Steuerungssysteme, aber so etwas wie hier hat er auch noch nie eingebaut“, sagt Knobloch. Gut geklappt habe das mit dem Speichersystem von SolarWorld. „Das Gesamtsystem muss robust sein und zusammen mit einer Steuerung geliefert werden – wenn die Komponenten nicht zusammen passen, wird das nichts.“ Die technische Entwicklung gibt Knobloch recht: Im kommenden Jahr kommen die ersten Batterien in den Handel, die einen dreiphasigen Anschluss haben und so die Steuerung von Verbrauchern im Haushalt enorm vereinfachen. Dann wird Waschen bei Sonnenschein zum Kinderspiel – auch für Leute, die keine Ahnung von Elektrotechnik haben.

Doch auch bei Knoblochs geht es nicht allein um Tüftelei. Sonst hätte Katrin Knobloch dem Ganzen gar nicht zugestimmt, sagt sie. Für sie zähle, was unterm Strich rauskommt: Die Solaranlage rentiert sich für die Familie nach insgesamt sieben bis acht Jahren bei einer Investition von unter 20 000 Euro netto. Dazu kommen noch die Kosten für die Batterie von etwa 7000 Euro – das verlängert die Amortisationszeit auf 12,5 Jahre. Danach sind der Strom vom Dach und seine Speicherung praktisch umsonst. Das sei ja das Schlaue an Erneuerbaren Energien, ergänzt Ralf Knobloch: „Wenn ich Kohle, Gas oder Öl verbrannt habe, ist die Energie ja weg. Die Sonne aber können wir Menschen jeden Tag wieder aufs Neue nutzen – noch ein paar Millionen Jahre lang.“

 
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