Erhellendes Programm

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Erhellendes Programm

Mit Fernsehern und Solarstrommodulen macht die SolarWorld in Südafrika die Fußball-WM und moderne Medien erlebbar. Die Sun-TV Stationen des Konzerns stoßen auf große Sympathie, auch beim Präsidenten.

Sieben Augenpaare richten sich gebannt auf die Mitte der Wand – die Kinder blicken voller Neugierde und ein alter Mann fast ungläubig auf die zuckenden Bilder im Flachbildschirm. Vor gut einer Stunde hat Installateur André Friend den solarbetriebenen Fernseher installiert. Für manche seiner Zuschauer in dem neugebauten Begegnungsraum der Mndwaka JSS School in Tafalehashi ist es das erste Mal. Es läuft Fußball aus der englischen Premier League.

Wir befinden uns im Eastern Cape, einer der ärmsten Regionen Südafrikas. Zu Zeiten der Apartheid lebte die schwarze Bevölkerungsmehrheit hier im sogenannten Homeland wie in einem Reservat. Und auch heute noch braucht man für die gut 220 Kilometer von der Provinzhauptstadt East London knapp vier Stunden mit dem Auto. Auf den letzten 40 Kilometern müssen die Fahrer im Slalom über eine mit Schlaglöchern übersäte Asphaltpiste kurven und dabei höllisch aufpassen, mit ihren Wagen keinen Achsbruch zu erleiden.

Am Steuer sitzt Gregor Küpper, Chef der SolarWorld Südafrika. Er ist unterwegs, um den Menschen im „bundus“ – wie das unterentwickelte Hinterland in Südafrika genannt wird – solare Elektrizität, einen Fernseher mit Satellitenschüssel und DVD-Spieler zu bringen. Traditionelle Rundhäuser, blau oder grün getüncht, mit einem Spitzdach aus Reisig ziehen vorbei. Frauen in bunten Gewändern balancieren loses Brennholz auf dem Kopf, manche tragen Körbe auf ihren kunstvoll geflochtenen Haaren.

Welt und Dorf

„Die meisten Menschen in abgelegenen Regionen wie dem Eastern Cape kennen keine zentrale Strom- und Wasserversorgung. Selbst Reisen in die nächste Stadt sind ihnen wegen fehlender Transportmittel kaum möglich“, sagt er. „Mit einem Informationsmedium wie dem Fernsehgerät erfahren manche erstmals, wie die Welt außerhalb ihrer Dorfgemeinschaft aussieht.“ Dem Südafrika-Chef der SolarWorld ist die Auswahl der TV-Kanäle wichtig. „Natürlich wollen wir nicht, dass die Kinder ständig vor dem Wrestling-Programm sitzen.“ Deshalb empfängt das Sun-TV ausgewählte Bildungs-, Sport- und Kinderkanäle und wird von einem Mitglied des Dorfes betreut.

Wie Siphiwo, der in der benachbarten Methodistenkirche die Verantwortung für das Sun-TV trägt. Auch er weiß um die Bedeutung eines gesteuerten TV-Konsums. „Wir zeigen nur die guten Seiten des Fernsehens“, gibt er sich entschlossen, „damit Kinder und Erwachsene etwas Vernünftiges lernen können.“

Eingeschlossen in einem sonnengelb gestrichenen Stahlkasten steht das Sun-TV Kit hinter einem roten Vorhang auf dem Altar. Die Stoffbahn soll zwar vor allem dazu dienen, die Gläubigen beim Gottesdienst nicht abzulenken. Doch wenn der Vorhang aufgeht, dürfte das wohl vor allem sprichwörtlich zu verstehen sein. „Hier im Ort hat fast niemand einen Fernseher“, sagt Siphiwo, der die Schlüsselgewalt für das Programm voller Sonnenenergie inne hat. Er freut sich auf die Premiere des Gerätes am Samstagabend, wenn das Pokalfinalspiel der südafrikanischen Fußballliga zwischen den Kaizer Chiefs aus Johannesburg und Ajax Kapstadt ansteht, und die Kirche voll neugieriger Besucher aus allen Nähten platzen wird. Fußball elektrisiert die Menschen überall in diesem großen Land wenige Wochen vor Beginn der WM. Freitags trägt jeder, dem es möglich ist, ein Trikot von Bafana Bafana, der südafrikanischen Nationalmannschaft.

Update für die Bibliothek

Auch in der neuen Schule im 20 Kilometer entfernten Bulungula, wo man in der Regenzeit selbst mit einem Geländewagen nicht mehr hinkommt, ist die Aufregung über die Einweihung des solarbetriebenen Fernsehers zu spüren. Doch es ist nicht nur die Fußballbegeisterung, die dem Sun-TV die Sympathien zuträgt. „Es gibt keine Alternative zu regenerativen Energien“, sagt Sonja Giese von der Organisation Bulungula Incubator, die die Menschen hier in den kleinen Dörfern am Indischen Ozean Unterstützung für die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln und bei der Schuldbildung anbietet. Mit internationalen Spenden wurde unter anderem eine Vorschule aufgebaut, die sich ausschließlich und vollständig mit Solarenergie versorgt. Auch hier hieß der Lieferant SolarWorld. Den DVD-Spieler findet sie großartig, denn „unsere Bibliothek ist hoffnungslos veraltet.“

Gregor Küpper will bis zum Eröffnungsspiel der WM zusammen mit seinen Handels- und Installationspartnern in Südafrika und den Nachbarstaaten Botswana und Namibia zahlreiche Sun-TV Stationen realisiert haben. „SolarWorld ist eines der wenigen Unternehmen in Südafrika, das der Gesellschaft etwas wiedergibt“, lobt Richard Maleka, Solarinstallateur aus Johannesburg. Für die Beteiligten ist das kein Pappenstiel. Rund 5.000 Euro kostet das technische Equipment einer Sun-TV Anlage. Und auch Maleka berechnet weder Arbeitszeit noch Reisekosten. Dabei kann es schon mal Tage in Anspruch nehmen, ein abgelegenes Dorf als potentiellen Standort für eine Sun-TV Anlage zu prüfen.

Und auch die Installation in den Regionen fern jeder Infrastruktur ist alles andere als banal, etwa wenn es darum geht, das Signal des Satelliten zu finden, der das Fernsehprogramm auf den Bildschirm zaubert.

Doch die leuchtenden Augen vieler Kinder machen die Strapazen mehr als wett. Und auch beim Präsidenten Südafrikas, Jacob Zuma, kommt die Idee gut an. So steht Parteifreund Richard Maleka kurz davor, ein Sun-TV in der Dorfgemeinschaft zu installieren, in der Zuma geboren wurde.

Solarstrom besser verstehen

Die Südafrikaner scheinen von den Möglichkeiten der Solarenergie fasziniert – wenn sie sie erklärt bekommen. Das gilt auch für ganz andere Einsatzgebiete als den „bundus“ wie etwa das zweitgrößte Township Südafrikas, Kayelitsha. Hier, in diesem vor allem von Schwarzen bewohnten Vorort Kapstadts, leben rund eine Million Menschen auf engem Raum zusammen, teils in selbstgebauten Wellblechhütten. Die wenigsten Straßen haben einen Namen oder sind in irgendwelchen Karten verzeichnet. Im Township kristallisiert sich die Hoffnung vieler Frauen und Männer, die täglich neu ankommen, auf Arbeit und ein besseres Leben. Ein passender Ort, auch für die Weltfußballorganisation FIFA zur Errichtung ihres ersten „Football for Hope“-Zentrums. Die von der Nicht-Regierungsorganisation Grassrootsoccer betreute Einrichtung zählt eine Handvoll Trainingsplätze, Kabinen, einen Schulungsraum und Büros. „Wir wollten diese Idee früh unterstützen und haben hier eines unserer ersten Sun-TV Projekte installiert“, sagt Gregor Küpper. Das SolarWorld Kraftwerk mit 2,44 Kilowatt Leistung auf dem Dach des Hauptgebäudes ist dafür ausgelegt, im Zusammenspiel mit einer Batterie den Betrieb von Fernseher und DVD-Spieler, zwölf Laptops im Schulungsraum sowie die Beleuchtung für drei Tage ohne Sonnenlicht zu gewährleisten – eine Konstellation, die in Südafrika so gut wie nicht vorkommt.

Zwar arbeitet die Solaranlage schon seit geraumer Zeit, doch das Management des Fußballcenters wusste zunächst wenig mit der neuen Energie anzufangen. Denn neben den solarversorgten Steckdosen im Schulungsraum gibt es noch eine Reihe von „normalen“ Versorgungsleitungen aus dem zentralen Netz, die vielfach ohne nachzudenken genutzt wurden. Erst als ihnen Gregor Küpper bei einem Besuch Wochen nach der Installation nochmals erklärt, dass sie mit der Nutzung der Solarenergie ihre Stromrechnung reduzieren und die Erzeugung von Kohlestrom vermeiden können, fällt der Groschen. „Wir werden in Zukunft vor allem die Solarsteckdosen verwenden“, ist James Donald von Grassrootsoccer überzeugt und sein Partner Xolani Mqqwaka nickt.

Denn regenerative Energie passt zur Philosophie der beiden, die weit über den Fußball hinaus geht. „Hier ist jeder willkommen, ob er Fußball spielen will oder Fragen und Sorgen hat.“ Denn das Projekt will den Fußball nutzen, um aufzuklären – etwa über den in Südafrika weit verbreiteten HIV-Virus und wie man sich davor schützt – und Bildungsangebote zu machen wie Computerkurse oder Medienarbeit.

Ziel ist, insbesondere den Kindern im Township eine neue Perspektive in ihrem Leben aufzuzeigen. Denn neugierig sind sie überall in Südafrika – nicht nur, wenn sie zum ersten Mal auf die bewegten Bilder eines Fernsehers blicken.

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